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Propriozeption beim Gassi für Hund und Mensch

Propriozeption bezeichnet den Sinn, der uns Lebewesen ermöglicht, unsere Körperbewegung und - lage im Raum wahrzunehmen. Kurzum geben gewisse Rezeptoren dem Gehirn Meldung, wie Gelenke, Muskeln, Bänder, Sehnen und Faszien aktiv werden müssen, um den Körper, entsprechend der jeweiligen Bodenbeschaffenheit schonend fortzubewegen. Etliche dieser Propriozeptoren befinden sich an den Fußsohlen.


Glücklicherweise sind unsere Hunde, im Gegensatz zum Menschen, ohne einschränkendes Schuhwerk unterwegs.

Schuhe, vor allem mit starker Dämpfung, lassen diese wichtigen Propriozeptoren verkümmern, weil eine natürliche Anpassung an unebene, steinige, federnde usw. Untergründe nicht mehr gewährleistet ist. Die Muskulatur wird geschwächt.

Wer schon mit Minimalschuhen, bestenfalls barfuß auf wechselnden Untergründen unterwegs war, weiß welche Muskelgruppen dabei angesprochen werden - Muskeln, die durch komfortables Schuhwerk überhaupt nicht mehr beansprucht werden, aber so wichtig für die natürliche Fortbewegung sind.


Zwar sind die Hundeballen nicht ganz mit unseren Fußsohlen zu vergleichen, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass sich das Laufgefühl für einen Hund, ähnlich wie das laufen mit Minimalschuhen für einen Menschen anfühlt. Der jeweilige Untergrund ist deutlich spürbar und die Anpassung darauf durch die Propriozeptoren gewährleistet.


Allerdings sollten zum täglichen Spaziergang unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten gewählt werden. Eintönig ebene Untergründe, wie auf Asphalt oder auch zuhause auf Fliesen, Parkett, Laminat usw. zu gehen, fördern die Propriozeptoren NICHT.


Besonders geeignet ist das behutsame laufen im Wald. Wurzeln, Steinchen, Tannenzapfen usw. bieten eine optimale Möglichkeit, die Propriozeption und dadurch auch Koordination und Balance zu verbessern.


Wir sind sowieso gerne auf Wald und Wiesenwegen unterwegs.

Welche Wege schlagt ihr gerne mit euren Hunden ein?


© Nicole Glanz, Hundetherapeutin für Osteopathie und Physiotherapie













Die Fotos zeigen die natürliche Anpassung der Hundeballen an unebene Untergründe - die Zehen werden gespreizt und somit die Propriozeptoren optimal angesprochen.

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