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  • Nicole Glanz

Stress bei Hunden

Stress und die damit verbundene Hormonreaktion, bedeutet in erster Linie einen lebensnotwendigen Anpassungsprozess des Organismus, um sich auf veränderte Situationen einzustellen. Dabei werden in Sekundenbruchteilen Hormone und Botenstoffe freigesetzt, die den Körper in eine maximale Leistungsbereitschaft versetzen und durchaus überlebensnotwendig sein können.


Hunde benötigen jedoch bis zu 7 Tage um die Stresshormone im Körper wieder abzubauen. Kommt es in dieser Abbauphase zu erneutem Stress, kumulieren diese Hormone im Organismus. Der Hund kann jedoch die erhöhte Leistungsbereitschaft irgendwann nicht mehr kompensieren. Verhaltensauffälligkeiten und Krankheiten sind die Folge.


Hierzu Biologe und Professor für Tierwohl Donald Broom: „Stress findet dann statt, wenn die Anpassungsfähigkeit eines Tieres überfordert wird und dadurch das Tier auf lange Sicht Nachteile für Gesundheit oder Fortpflanzungsfähigkeit erleidet.“


Einige Stress auslösende Faktoren beim Hund sind:

  • Schlafmangel bzw. zu wenig Ruhephasen und Rückzugsmöglichkeiten

  • Unterdrückung natürlichen Verhaltens durch den Hundehalter

  • Vermenschlichung des Hundes durch den Hundehalter

  • missverständliche Kommunikation des Hundehalters

  • geistige und körperliche Überforderung

  • Reizüberflutung

  • Angst

  • Schmerzen ...

Wie der jeweilige Hundetyp auf Stress reagiert, ist sehr unterschiedlich. Hier einige mögliche stressbedingte Reaktionen:

  • vermehrter Einsatz der Calming Signals

  • Hyperaktivität

  • aggressives Verhalten

  • Übersprungshandlungen

  • gesteigerte Speichelproduktion

  • starkes Hecheln

  • häufiges/andauerndes Bellen

  • Muskelverspannungen

  • übermäßiger Körper- und Mundgeruch

  • Zittern

  • Zerstörungswut

  • Beknabbern der Pfoten

  • Jagen der eigenen Rute

  • Beißen in die Leine ...

Die Folgen des anhaltenden Stresses bei Hunden äußern sich auf körperlicher Ebene durch ein anfälliges Immunsystem, erhöhte Allergiebereitschaft, Tumorbildung und Krebs, Herz-, Kreislauferkrankungen, Störungen des Magen-, Darmtrakts, Nierenprobleme, und/oder Zyklusstörungen der Hündin und Impotenz bei Rüden.


Auf psychischer Ebene zeigt sich anhaltender Stress entweder durch eine niedrigere Reizschwelle und erhöhter Aggressivität, oder durch eine extreme Erschöpfungsphase, in der jegliche Kompensationsmechanismen des Körpers zusammen brechen.


Jeglichen Stress vom Hund fern zu halten ist allerdings kaum umsetzbar und auch nicht notwendig. Bestimmte Entwicklungsvorgänge benötigen sogar eine geringe Ausschüttung der Stresshormone. Hier gilt wieder ein gesundes Maß einzuhalten und dem Hund nach stressenden Erlebnissen die Möglichkeit der Verarbeitung zu geben.


Hierzu zählt unbedingt:

  • das Einhalten der notwendigen Ruhe- und Schlafphasen des Hundes (16 bis 20 Stunden täglich - jeweils dem Alter und der Auslastung des Hundes entsprechend)

  • die ausgesendeten Signale des Hundes erkennen und darauf entsprechend reagieren

  • den Hund überwiegend nach Möglichkeit Hund sein lassen und ihn auch als Hund betrachten

  • vermeiden von Druck und Härte im Umgang mit dem Hund

  • dem Hund die Möglichkeit des Verarbeitens von Kommandos geben

  • die tägliche Verfassung des Hundes berücksichtigen

  • für Sicherheit sorgen, indem du als Hundehalter gewisse, für den Hund bedrängende oder angsteinflößende Situationen regelst


© Nicole Glanz, Hundetherapeutin für Osteopathie und Physiotherapie



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